Suche
  • Celia Kim

Orangen für Dostojewskij

Michael Dangl/Braumüller



Auf dieses Buch habe ich mich wirklich sehr gefreut und nicht nur wegen des sehr schönen Covers, sondern auch die Thematik hat mich sehr interessiert.


Der Inhalt befasst sich mit einer fiktiven Begegnung zwischen dem russischen Autor Dostojewskij und dem Komponisten Rossini in Venedig. Dostojewskij befindet sich in der Mitte seines Lebens und in einer Schaffenspause. Rossini ist deutlich über 70 und hat seit er 40 Jahre alt ist nicht mehr komponiert. Der Leser begegnet Dostojewskij im Zug auf dem Weg nach Venedig, ja kurz bevor er dort ankommt und begleitet ihn nun einige Tage. Von den ersten Seiten an ist klar Dostojewskij ist kein einfacher Geist und befindet sich in einer schweren Phase seines Lebens. Persönlich wie auch literarisch befindet er sich in einer Kriese und scheint diese mit der Reise in das Land und die Stadt seiner Jugendträume bewältigen zu wollen. Doch schnell wird ihm klar er kann nicht davon laufen. Er fühlt die Zeit in Sibirien im Arbeitslager auch im schönen Venedig und die Zeit in Gefangenschaft hat ihn geprägt, hat ihn verhaltensauffällig gemacht. Bald schon lernt er Rossini kennen und kann sein Glück kaum fassen, dass er eines seiner Idole tatsächlich kennen lernt und sich auch noch gut mit ihm versteht, ja Rossini tatsächlich auch ein besonderes Interesse und Gefallen an ihm zu finden scheint. Doch die Begegnung mit dem Lebemann mit der schillernden, erfolgreichen Persönlichkeit hält ihm vor Augen wie sehr er mit sich selbst hadert und wie unfrei und verkümmert Dostojewskij sich selbst fühlt. und so muss sich der Autor mit sich selbst und seiner Zukunft auseinandersetzen als Rossini ihm das Angebot macht ein gemeinsames Projekt zu starten. Dieses Projekt verheisst, Erfolg, Ruhm, Geld und alles nach dem sich Dostojewskij sehnt, doch will er das wirklich, kann er das?

Grundsätzlich ist die Idee die dem Roman zu Grunde liegt wirklich gut und die Sprache in der der Roman verfasst ist, ist stellenweise tatsächlich wunderbar, da liest man nur weil die Sätze so schön sind, aber insgesamt ist das Buch hinter meinen Erfahrungen zurückgeblieben. Der Grund dafür scheint mir zu sein, dass das Projekt zu ambitiös geplant ist. Die grossen Frage des Lebens werden zwar angeschnitten , verlieren sich jedoch in den Beschreibungen und bleiben unbeantwortet, ja sogar unbehandelt und werden durch eine Handlung die irreführend ist überlagert und verschüttet. Leider hat der Autor es nicht geschafft die aufgeworfenen Fragen zu beantworten und hat mich auf den letzten 100 Seiten tatsächlich total verloren, nachdem ich kurz zuvor gedacht hatte jetzt kriegt er die Kurve doch noch.

Alles in allem also ein Buch, das mich ein wenig enttäuscht zurücklässt.

13 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Wild Card

Wolfgang Schorlau, Claudio Caiolo, Verlag KiWi Das Buch der Tintenfischer begeistert durch einen wirklich interessanten Hauptcharakter und die starke Aktualität. Ich war doch sehr überrascht, dass die