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  • Celia Kim

Nora Joyce und die Liebe zu den Büchern

Nuala O'Connor / Insel Verlag / Suhrkamp Verlag

Auf dieses Buch hatte ich mich besonders gefreut. Nicht nur das Cover sondern auch der Titel haben mich sofort sehr angesprochen und deswegen war ich ganz begeistert als ich es endlich in Händen hielt.

Ich muss sagen die ersten Seiten haben mich grad ein wenig geschockt. Kann schon sein, dass ich ein wenig prüde bin, aber der doch recht plakativ geschilderte Sex und überhaupt die vielen sexuellen Darstellungen.. da musste ich mich doch erst ein wenig daran gewöhnen. Das hat sich übrigens über das ganze Buch hinweg nicht geändert und ist immer wieder in gleicher Deutlichkeit geschildert worden. Nun abgesehen vom Sex was macht das Buch sonst noch aus?

Mich hat begeistert, dass ein Buch über die Frau neben dem berühmten Autor geschrieben wurde und ich muss sagen Nora hat es mehr als verdient ein eigenes Buch zu erhalten. Der Roman ist denn auch recht ähnlich einem Tagebuch aufgebaut. Man erfährt aus der Sicht von Nora, wie sie und James Joyce sich kennen lernten, wie sie Irland verlasse und sich in Europa durchschlagen. Nora muss James wirklich sehr geliebt haben. Abgesehen davon, dass es natürlich eine andere Zeit war, aber dass ihr kreativer Mann ständig das Geld versoffen hat und auch sonst nicht viel zur Entlastung von Nora beigetragen hat, hat sich doch irgendwie alles um ihn und seine Bedürfnisse gedreht und das muss man erst einmal wegstecken. Umso mehr hat mir dieses Buch wirklich gefallen. Es ist sehr kurzweilig geschrieben, obwohl es wirklich einer Biographie sehr nahe kommt und man lernt die Personen viel näher kennen. All die charakterlichen Schwächen werden deutlich aufgezeigt, von Heldenverehrung (für James Joyce) keine Spur und auch die Familiären Verwobenheiten werden sehr gut und äusserst gut recherchiert, wiedergegeben.

Ein wirklich gutes Buch, über eine sehr starke und kluge Frau, die ihrem Herzen folgt.

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